Gemäß der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) leiden etwa 10% aller CoViD-19-Infizierten an Langzeitfolgen. Betroffen sind alle
Altersgruppen unabhängig von der Schwere der Infektion (von asymptomatisch bis schwer) und von dem Gesundheitszustand vor der Infektion.Die Nomenklatur ist noch im Fluss. Gemeinhin wird von „Long CoViD“ gesprochen.
Die Zeitfenster sind nicht exakt definiert, manche sprechen nach 3 Wochen von einer postakuten Phase und jenseits von 12 Wochen von chronic-CoViD-19-Syndrom (CCS). Kliniker benutzen meist den Ausdruck
„Post-CoViD-Syndrom“.
Auch nach asymptomatischen, milden und moderaten COVID-19 Infektionen werden bei Genesenen Erkrankungen von Herz, Niere, Leber, Lunge, Psyche sowie des Nerven- und Immunsystems diagnostiziert.
Noch 8 Wochen nach Entlassung aus der Klinik zeigt das Labor bei einem Teil der Genesenen erhöhte D-Dimere (Abbauprodukte von vernetztem Fibrin) und erhöhtes C-Reaktives Protein.
Patienten, die nach einer
durchgemachten Virusinfektion, z.B. Epstein-Barr-Virus (EBV), lange brauchen bis sie wieder auf die Beine kommen sind uns aus der Praxis bekannt. Die häufigsten Post-CoViD-Symptome ebenfalls. Dazu zählen: Fatigue,
Atemnot, Husten, Angst, Depression, Schlafstörungen.
Die Ursachen werden noch erforscht. Diskutiert werden eine Immunerschöpfung (dysfunktionale B-Zellen) sowie Virusrestbestände. Dies wird vermutet, weil beobachtet
wurde, dass nach einer durchgemachten CoViD-Infektion die Impfung mit mRNA-Impfstoff zu einer Verringerung der dysfunktionalen B-Zellen führte. Dies wird als Immun-Boost gewertet.
Vor diesem Hintergrund sind die
Stärkung des Immunsystems, Entlastung der extrazellulären Matrix (Ausleitung und Säure-Basen-Regulation), die Stabilisierung der Epithelien von Lunge und Darm und die Anregung der ATP-Produktion angezeigt.